· 

Absolute Gewissheit

Eintrag 10

Die Jungs spielten und lachten vergnügt mit meiner Mutter im Spielzimmer, ich dufte entspannen und einfach die Ruhe geniessen, was ich in vollen Zügen ausnutze und sehr schätze. Meine Mutter ist wie meine Grossmutter es war... so unglaublich liebevoll, fürsorglich und bedingungslos mit Kindern. Sie ist absolut die beste Mama und Grossmutter der Welt und meine Jungs lieben sie überalles!

Es tut manchmal einfach gut, sich als Mama Raum und Zeit nur für sich einzubauen ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, denn wir lieben unsere Kinder auch so!
Mein Körper fühlte sich entspannt an und doch spürte ich in meinem Kopf wieder das Gedankenkarrusell, denn die Möglichkeit, das Ergebnis des Fruchtwasserschnelltests zu erhalten, war gross und dies liess meine Gedanken, Gefühle wieder herumschweifen.
Wenn ich an das Ergebnis dachte, nahm ich Erleichterung war, endlich Klarheit zu bekommen was unser kleiner Bauchzwerg hat und ob er überhaupt lebensfähig ist und doch tauchte die Angst, die Ungewissheit wie weiter wenn... wieder auf! Erleichterung und doch etwas Definitives, und ich wusste nicht, wie ich wirklich auf das Ergebnis reagieren würde! Tief in meinem Herzen hoffte ich, dass alles nicht so schlimm sei und der kleine Schatz einfach lebensfähig ist, denn ich stellte mit das unglaublich schwierig vor zu wissen, wenn das eigene Kind im Bauch nicht lebensfähig wäre. Welch tiefer Schmerz dadurch enstehen würde, möchte und kann ich mir gar nicht vorstellen.
Das Telefon klingelte, ich erstarrte beinahe und doch wusste ich genau, jetzt ist die Zeit reif für das Ergebnis, ich war bereit...
Ich nahm klar und bewusst das Telefon ab und lauschte den Worten des Arztes. Es kribbelte alles in mir und ich hörte dem Arzt genau zu, was er zu sagen hatte.
Liebe Frau Kollros, beim Fruchtwassertest und somit bei ihrem Kind, wurde Trisomie 21 dh. Downsyndrom klar festgestellt! Irgendwie war ich sprachlos und doch so gefasst, dass ich all seine weiteren Informationen einfach so annahm, das Telefonat mit einem Dankeschön beendete, tief durchatmete und einfach drauf los heulte!
Warum mir die Tränen flossen wie ein Wasserfall wusste ich irgendwie gar nicht... fiel mir eine Last der Unklarheit ab, waren es Tränen der Freude, weil es sich zum Glück um Trisomie 21 handelte, nicht Trisomie 13 oder 18 und somit eine grosse Chance bestand, dass der kleine Bauchzwerg lebensfähig ist oder waren es Tränen, welche Wut, Trauer, Frust...einfach alles der letzten Zeit beinhaltete. Ich konnte es zu diesem Zeitpunkt nicht definieren. Meine Gefühle/Emotionen sollten einfach Platz haben und nicht unterdrückt werden und so fühlte es sich auch sehr klärend und reinigend für mich an!
Im Bett liegend und Gedanken sortierend, telefonierte ich mit einer lieben Freundin, welche mich in meinem momentanen Zustand wunderbar abholte und unterstützte.
Nach diesem wunderbaren Telefonat ging es mir viel besser und ich nahm Hoffnung und Geborgenheit war. Mein Mann wusste noch nichts, ich blieb in meinem Zimmer, hörte die Kinder lachen und versuchte noch eine Stunde zu schlafen bis mein Mann von der Arbeit nach Hause kam!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0