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Hallo Welt!

Eintrag 26

Hallo Welt! Irgendwer möchte definitiv, dass ich ein Buch schreibe. Nur wer?
Ich durfte letzte Woche Montag bis Donnerstag wunderbare Wellnessferien machen im Spital Stans. 😂 Obwohl ich liegen musste, einiges unklar war und die Lungenreife gemacht wurde, fühlte ich mich wohlig und gut aufgehoben.
Donnerstags durfte ich nach Hause mit der Bedingung alles langsamer anzugehen.

Ich freute mich riesig und meine drei Männer auch obwohl mich die Jungs anfänglich nicht gerade beachteten... legte sich jedoch sehr schnell. Zu Hause sein, zu Hause schlafen... erleichterte mir alles. Severin regelte den Haushalt und schaute weiterhin gut zu den Jungs und zu mir.
Da Severin am Samstag 26.8 Geburi hatte, war ich froh zu Hause sein zu dürfen.
Nichts desto trotz gingen wir alles ruhiger und langsamer an, wollten nur morgens Besuch zum Kaffee und Gipfeli, denn so konnten wir den Geburitrubel bisserl steuern. Gemütlich Käffele ist auch wunderbar. Ich fühlte mich eher unruhig aber gesellte mich zur gemütlichen Runde dazu, denn bisschen Ablenkung tat gut. Die Jungs durften noch mit meinen Schwiegereltern draussen eine Runde drehen und in ihrem Lieblingsladen, der Gelateria ein Eis schnabulieren.
Am Nachmittag kümmerte Severin sich um die Jungs, erledigte die Einkäufe und ich durfte mich im Bett entspannen und erholen. Ich nutzte die Zeit und Ruhe für mich, spürte aber diese innerliche Unruhe immer mehr, mein Bauch wurde vermehrt hart und ich tiggerte vom Zimmer zum WC hin und her.
Das Abendessen brachte mir Elio in einem Tupperwar ans Bett. Ein feines Risotto von Papa Sevi und später noch ein Take away Geburiglasnudelsalat zu zweit war der Plan!?
Ich telefonierte zur Sicherheit nochmals mit meiner Ersatzhebamme, da ich wieder Schmierblutungen hatte und mein Bauch sich komisch anfühlte. Telefonat beendet, da fingen bei mir Wehen an oder besser gesagt, ich wusste zuerst gar nicht, dass dies Wehen waren.
Ein klares Zeichen stieg in mir auf, dass ich nochmals meine Hebamme kontaktierte, denn die Wehen kündigten sich innert kürze regelmässig an.
Meine Güte, ich wurde von null auf hundert total empfindlich, haderte mit den Schmerzen und mit dem Gedanken und jetzt? Was heisst das? Der Kleine darf noch nicht kommen... was soll das. Ich spürte eine Wut in mir, denn so stellte ich mir das Ganze nicht vor! Verdammt, wieder kam es anders, vollgas und unkontrolliert. Es donnerte auf mich ein, ich fühlte mich platt gewalzt von einer Dampfwalze... einfach Horror!
Wir vereinbarten mit der Hebamme einen Kontrolltermin um 20.30 Uhr, brachten die Jungs im Pyjama und Schoppen zu meinen Eltern und düsten mit dem Auto weiter Richtung Stans. Kurz vor Stans angekommen, kontaktierte mich die Hebamme, hab noch vergessen zu erwähnen, sie war für dieses Weekend Ersatzhebamme meiner Beleghebamme, ich sei viel zu früh dran mit Ssw 33+3 dh. ich müsse direkt nach Luzern im Falle, wenn es zu einer Geburt käme. Ich hätte heulen und schreien gleichzeitig können, denn genau diese Horrorvorstellung wollte ich auf keinem Fall umgesetzt haben.
In Luzern angekommen, wurden wir herzlichst aufgenommen und in ein Behandlungszimmer verlegt. Muttermundkontrolle, vollgas Wehenhemmer, CTG... das ganze Programm. Severin neben mir an seinem Geburi🙈. Die Wehen wurden nicht weniger trotz Wehenhemmer, der Muttermund 3-4 cm offen und somit verlegte man uns in den Gebärsaal, stoppen konnten sie nichts mehr. Ich musste heulen, alles rauslassen.... verzweifelt, alleine gelassen und hilflos genau so fühlte ich mich. Der einzige Halt an meiner Seite war Severin.
Der kleine Mann hatte es echt eilig und liess sich nicht mehr stoppen. Uns wurde alles erklärt, die Kinderärztin kam vorbei und so konnten wir nur noch der Natur vertrauen, loslassen und die totale Kontrolle abgeben.
Als ich mich gedanklich und emotional nicht mehr dagegen wehrte, fühlte sich alles vertrauter und schmerzfreier an. Severin und ich waren wieder das dreamteam zusammen und er war meine Stütze, dass alles gut kommt.
Achtung, fertig los... genau so war es. Um 00:33 Uhr erblickte unser kleiner Kämpfer Mattia mit 1680g das Licht der Welt. Ich hörte seine zierliche Stimme aufweinen und freute mich über unser drittes Wunder, war erleichtert und doch irgendwie überfodert, weil alles so schnell ging. Mattia wurde sogleich von den Kinderärzten betreut und versorgt, Severin stand neben ihm und ich durfte von der Ferne zuschauen. Bevor Mattia in die Intensivstation verlegt wurde, durfte ich ihn noch auf meiner Brust haben, zu Tränen gerührt und berührt.... ein wunderschönes Gefühl meinen Schatz auf mir liegen zu haben.
Severin begleitete den Kleinen und ich wurde noch mit allem drum und dran versorgt.
Wow, krass, eine erneute emotionale Achterbahnfahrt und es hört nicht auf. Ich bin froh, dass der Kleine selber atmet, habe jedoch eine Krise, da genau dies eingetroffen ist, was ich nicht wollte...ein erneuter Schockzustand!
Natürlich bin ich von Herzen dankbar, dass es Mattia soweit gut geht und ich auf natürlichem Weg gebären konnte. So konnten wir als Team zusammenarbeiten, was wunderbar klappte. ❤️
Jetzt heisst es Geduld haben, kuscheln und kleine Schritte vorwärts gehen, denn der kleine Zwerg muss sicher bis zum Geburtstermin auf der Neonatologie bleiben. Zum Glück war er nur eine Nacht auf der Intensivstation.
Ich geniesse die Zeit mit dem Kleinen und alles andere schauen wir jetzt von Tag zu Tag.

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