Wieder im OP

Eintrag 41

Jetzt hat es mich doch erwischt. Hab die letzten Tage Kleider sortiert und ausgemistet, meine Nasenschleimhaut durch den Kleiderstaub so strapaziert, dass ich mit wunder Nase, Halsweh und Ohrenbeissen im Bett liege. Natürlich, klaro, ich bin erkältet, da ich die letzte Zeit unter Strom stand, weder Raum noch Zeit für mich hatte und das sich jetzt körperlich zeigt. Ok, ist jetzt halt so, ich hüte das Bett, die Kinder durften spontan zum Grossi und mein Mann besucht Mattia im Spital. Gestern musste Severin erneut für eine Operation unterschreiben sowie vor Ort sein, damit die Ärzte ihm das weitere Vorgehen erklären konnten.
Wie schon gesagt, Mattia befindet sich gerade wieder im OP und wird von 5 Ärzten angeschaut, damit sie miteinander schauen können, welches die nächsten Schritte sind.
Evt. wird der Vakuumverband gewechselt, die Bauchdecke zu genäht oder? Auch die Ärzte hoffen, dass unsere Wundertüte nicht wieder mit irgendeiner Schreckbotschaft rückwärts läuft sondern es Schritt für Schritt Richtung Heilung und Genesung geht.
So liege ich hier, habe schon paar Stunden geschlafen und warte bis ich wieder was von meinem Mann höre. Zum Glück arbeiten alles Engel auf der Intensivstation Luzern und finden unseren Schatz zum Fressen süss. ❤️Das macht es mir als Mami echt bisserl einfacher, nur das Hin-und Hergerissen sein habe ich trotzdem.
Mattia war gestern und vorgestern viel fiter und blinzelte ganz schön mit seinen süssen Augen herum.
Jetzt hoffen und vertrauen wir, dass es dem Darm echt grandios geht und ein neues Kapitel aufgeschlagen werden kann.
Es ist krass, wie unglaublich viel man lernt, wenn man sein eigenes Kind in so einem kritischen Zustand sieht, wir reden da von Leben und Tod, Freude und Traurigkeit, Liebe und Wut und einem das Leben erneut zum Reflektieren um die Ohren geschlagen wird, so vieles keine Priorität mehr hat, Ängste sich abbauen, die Kontrolle an Stellung verliert und unglaubliche Dankbarkeit auftaucht für Gesundheit und Liebe, denn beides ist unbezahlbar und keine Selbstverständlichkeit.
Ich bin richtig dankbar für das was ich habe, lebe im Hier und Jetzt, lasse all meine Gefühle und Emotionen zu und mache mir keinen Stress mehr was uns die Zukunft bringt, denn Türen gehen zu und andere Türen gehen auf!

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