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Ein schmerzvoller Tiefpunkt

Eintrag 72

Vor Kurzem erreichte ich einen schmerzvollen Tiefpunkt.
Wenn du morgens aufstehst, die eigenen Kinder, welche strahlend in Mamas Bett hüpfen nicht mehr liebevoll wahrnehmen kannst, dich lieber wieder drehst und ihnen das Gefühl von, lass mich in Ruhe gibst, dann ist der Zeitpunkt da, Stärke zu zeigen und Unterstützung zu suchen, damit genau diese Momente der totalen Erschöpfung nicht mehr vorkommen müssen.

Keine Angst, unsere Kinder dürfen wohlbehütet aufwachsen und wir unterstützen sie in ihrem lebendigen und natürlichen Sein.
Ich kenne mich, meine Bedürfnisse und nehme meinen Körper bewusst wahr, kann so, früh genug das Nötigste in die Wege leiten um aufzutanken!
Ich habe bewusst nach einer Entlastungshilfe bei uns zu Hause gesucht und wow, ich war echt baff wie viele Menschen uns Unterstützung anerboten. Echt, ich bin immer noch geflasht und zutiefst berührt, dass wir sooooo viele wunderbare Menschen um uns und mit uns haben. Der wichtigste Schritt war getan, wir als Eltern nahmen unsere Grenzen ernst, setzten uns hin, damit wir unsere Bedürfnisse aussprechen sowie notieren konnten und ich sag euch eins, es war wichtig, kraftvoll und bereichernd zu gleich. Wir fühlten uns dem Schicksal nicht mehr ausgeliefert sondern konnten das Steuer wieder selber in die Hand nehmen.
Sich eingestehen, dass die Energie aufgebraucht ist, man als Eltern nicht mehr kann, Unterstützung braucht, ist keine Schwäche sondern eine Stärke. Die Gesellschaft braucht aus meiner Sicht keine herzlosen Roboter, welche Tag und Nacht schuften sondern mitfühlende und liebevolle Menschen, welche füreinander da sind und nach kreativen Lösungen suchen. Es kann jeder aus dem Nichts, einfach plötzlich in einer Notsituation sein oder glaubt ihr, dass euch das nie passieren könnte? Ich hoffe es nicht für euch und doch, die Garantie hat niemand!
Seit Mattia auf der Welt ist, habe ich mich nochmals von einer andern Seite kennen gelernt und es ist wunderbar so, und doch macht es mir phasenweise Angst. Meine tiefsten Ängste kamen erneut zum Vorschein und ich durfte mich denen gezwungenermassen stellen. Das meinem Mann kurz vor Mattia‘ s Geburt gekündigt wurde, löste in mir mehr aus als ich meinte....meine finanziellen Ängste waren wieder da! Obwohl mir bewusst war, dass die Kündigung seinen Grund haben wird, graute es mir davor, mich mit der Existenzangst auseinander zu setzen und doch war mir klar, es gibt keinen anderen Weg. Angst zu haben, für die eigene Familie nicht mehr sorgen zu können, lässt einem beinahe ersticken und lähmt jegliche Bewegung in Richtung Fülle. Vielleicht musstet ihr euch auch schon mit der Existenzangst auseinander setzen? Eines ist mir klar geworden, setze den Fokus auf Mangel und du ziehst ihn an. Deshalb versuche ich trotz meinen vielen Glaubenssätzen gegenüber Geld, welche ich übernommen habe, den Fokus auf Fülle auf allen Ebenen zu haben, indem ich meine Glaubenssätze umpole.
Meine Verlustangst klopfte auch sehr laut an und wollte Beachtung meinerseits. Plötzlich das Gefühl zu haben, alles verlieren zu können was man liebt, macht einem doch auch Angst oder? In dem Sinne wieder ein Thema, welches ich nicht mehr unter den Teppich kehren konnte. Meine Güte, es hört nicht auf, ich könnte noch x Themen aufzählen, welche sich innert Kürze bei mir meldeten und ihr glaubt es nicht, ich lebe noch und auch ihr würdet dies tun.
Ich bin nicht besonders stark oder besonders tapfer oder besonders mutig nein, ich versuche mich den Aufgaben des Lebens zu stellen, anzunehmen was ist, Schatten- und Sonnenseiten zu integrieren und das Beste daraus zu machen und ganz wichtig, nach Hilfe und Unterstützung zu bitten, wenn ich sie brauche. All das würde jeder einzelne von euch auch tun und können.
Ich bin eine Mutter, welche sich täglich übt authentisch zu sein um einfach mich zu sein, mich zu lieben, mich zu zeigen, mich zu leben und so meinen Weg zu gehen auch wenn dieser unkonventionell erscheint!

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