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Ich schöpfe wieder Kraft und Vertrauen

Eintrag 93

Als ich heute mit einem leckeren Kaffee und Brötchen Richtung Bahnhof lief, lachte mir die Sonne mit ihren warmen Strahlen wunderbar ins Gesicht. Mein Herz füllte sich mit Wärme und Geborgenheit auf und ich fühlte mich so richtig zu frieden.

Während ich auftankte und die Ruhe genoss, stellte ich mir vor, wie schön es doch wäre, endlich sturmlos und ohne Druck den Alltag erleben und geniessen zu können. Ein einfacher Wunsch und doch wollen unsere Baustellen nicht weichen. Die Zugfahrt nach Basel verbrachte ich mit der Zeitschrift „ Engel Magazin“, welches mich herrlich inspirierte und mich bestärkte indem was ich fühle, denke und mache. Mein Weg fühlt sich zwar chaotisch und stürmisch an und doch sehe ich immer wieder Land in Sicht, Licht des Vertrauens, welche die Dunkelheit wegdrückt, mir Hoffnung und Zuversicht schenkt.
Mittlerweilen muss ich ehrlicherweise sagen, dass ich uns aus einer tiefen Ebene bewundere, stolz auf uns bin, wie wir als Paar, als Familie unseren Alltag, unser Schicksal meistern und nicht wie eine Pflanze kümmerlich verwelken. Wir fallen, stürzen und fühlen uns hilflos und doch stehen wir immer wieder auf, richten unsere Krone und laufen weiter.
Dank der Verbundenheit mit meinen himmlischen Helfern ist es mir möglich Kraft und Vertrauen zu schöpfen, geführt und begleitet zu werden in unserem heftigen Sturm.
Warum Mattia in Basel gestrandet ist, weiss niemand, doch war es eine wunderbare Fügung. Vor zwei Tagen hat unser Strahlemann die Verlegung von der Intensivstation auf die normale Station geschafft, was mich vor Freude tanzen liess. Die Lungenentzündung war heftig, Mattia hat einmal mehr gezeigt, dass er leben will. Das Leben des Kleinen stand erneut auf der Kippe und ich musste schmerzvoll loslassen und vertrauen, dass es so kommt wie es kommen darf und vertrauen, dass wir liebevoll begleitet und unterstützt werden, egal wie es ausgeht. Dieser intensive Prozess des Loslassen und somit unserem Schatz die Entscheidung zu bleiben oder zu gehen, selber zu überlassen, hat mich unglaublich viel Energie gekostet. Ein schmerzvoller Prozess und doch gehört er scheisse nochmal zum Leben dazu. Es tönt jetzt alles so locker auf dem Hocker aber glaubt mir, ich meinte selber sterben zu müssen, den dieser Schmerz im Herzen, ein Kind verlieren zu können, kann ich gar nicht in Worte fassen.
Unser Schicksal annehmen und akzeptieren zu können, ist eine grosse Herausforderung für uns als Paar und trotzdem sind wir dankbar für all das, was wir haben. Ja, wir leben und strahlen noch oder wieder...den Kopf in den Sand zu stecken ist keine Option für uns und wir haben zum Glück wunderbare Menschen an unserer Seite. Wir gehen weiter, geben unser Bestes und freuen uns, wie wir uns weiterentwickeln und da rede ich nicht nur von mir sondern auch von meinem Mann und unseren drei Jungs, den diese wertvolle Weiterentwicklung ist wahrhaftig zu spüren.
Mattia geniesst es zur Zeit auf der normalen Abteilung, verzaubert das Pflegepersonal, ist ein richtiger Sonnenschein und öffnet die Herzen mit seinem Dasein.

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