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Meine Tränen donnerten wie Lawinen über mein Wangen

Eintrag 92

Die letzten Tage hat es mich erneut emotional und körperlich flach gelegt. Es ging echt Nichts mehr!
Ich konnte kaum mehr sprechen, so heiser war ich, denn das Geschehene machte mich einfach nur sprachlos.

Vor Kurzem glaubte ich, dass alles gut zu kommen scheint, ich nicht mehr so tief fallen würde und doch spürte ich schon im Kinderspital Luzern bevor Mattia nach Basel geflogen wurde, dass irgendetwas nicht gut ist.
Als ich die Nachricht bekam, dass Mattia mit der Rega nach Basel verlegt wird, fiel ich unglaublich tief, sehr tief, so unvorstellbar tief... ich kann es kaum in Worte fassen.
Mein ganzer Körper fibrierte vor Wut, Hilflosigkeit, Trauer und Angst. Das Gefühl plötzlich alleine dazustehen, nicht mehr weiter zu wissen, war einfach zu viel für mich. Meine Tränen donnerten wie Lawinen über meine Wangen. Es fühlte sich alles so richtig scheisse an und doch spürte ich, dass die Verlegung nach Basel wichtig und gut ist für Mattia. Aus einem halbtags Spitalaufenthalt wird auf einmal ein Tagesausflug mit Bus-Zug-Bus ins KISPI Basel. Es machte mir Angst, denn Basel war ehrlich gesagt fremd für mich.
Die letzten Tage durfte ich wieder verarbeiten und musste täglich meinen Tränen freien Lauf lassen. Ich habe so viel geweint und gezweifelt und es wurde mir so richtig bewusst, dass ich keinem meiner Kinder nur ansatzweise gerecht werden kann, geschweige den Zeit für mich und meinen Mann habe. Es ist einfach gerade so unfair und doch hat es „verdammt noch mal“ seinen Grund, welchen ich aber noch nicht sehe, aber zu einem späteren Zeitpunkt erfahren werde.❤️
Ich durfte schon so viele wunderbare Menschen kennen lernen, welche mir bedingungslos ihre Hilfe anerboten und ich sage euch eins, es gibt unglaublich viele herzliche und unterstützende Menschen hier auf Erden. Wahre, menschliche Engel.
Wir befinden uns als Familie schon bald in einem achtmonatigen Marathon und es ist noch kein Ende in Sicht. Doch hoffe ich, dass wir alle zusammen gesund und glücklich am Ziel ankommen werden. Voller stolz auf all das, was wir zusammen geschafft haben.
Gestern fuhren wir als Familie nach Basel, besuchten mit den Jungs Mattia und gingen anschliessend in den Zoo. Es war ein wunderbarer Familienausflug. Die Jungs durften ihren Bruder sehen und konnten so verstehen wo Mattia ist, und dass er in sehr guten Händen ist. Erleichterung und Klarheit für die zwei Knirpsen, welche ihren kleinsten Bruder unheimlich vermissen und anschliessend Spass und Abenteuer pur im Zoo.
Aus organisatorischen Gründen können wir nicht mehr täglich unseren Schatz besuchen. Ich mache wieder vermehrt geistige Arbeit und kommuniziere über eine andere Ebene mit unserem Sonnenschein. Es fühlt sich gut und stimmig an. Mattia spürt unsere Liebe, unseren Halt, und dass er seinen Platz bei uns hat.
Das Kraftmandala, welches wir als Familie zusammen in unserem Garten spontan gestaltetet haben, übergaben wir symbolisch dem Feuer,um so die nötige Kraft und Energie Mattia schicken zu können, damit er seinen Marathon erfolgreich bis zum Ziel weiterlaufen kann.
Ihr seht, es wird bei uns nicht wirklich ruhiger, nur das Vertrauen, dass alles gut kommt, seinen Sinn hat, wird nach jedem Fall und somit erneutem Aufstehen immer stärker und stabiler.
Ich bin dankbar für all die unterstützenden Hände, welche ich in unserem Sturm immer wieder erleben darf. Von Herzen Danke euch allen.

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